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Sitten & Bräuche

Chalandamarz

Der wohl bekannteste Engadiner Brauch ist Chalandamarz, der sich dank seiner früheren Verbindung mit dem alten römischen Neujahr und der Neubestellung der Dorfbehörden bis heute erhalten hat. Chalandamarz geht auf die Zeit zurück als die Römer die Herrschaft über Rätien inne hatten. Dieser heidnische Brauch, den unsere Vorfahren zur Vertreibung der bösen Geister feierten, wird an vielen Orten von Romanisch-Bünden gepflegt, die Art der Durchführung ist jedoch von Ort zu Ort verschieden.

Die Schulbuben ziehen als Hirten und Herde mit Plumpen und Schellen von Haus zu Haus, Lieder singend, um den Winter aus allen Winkeln und Ecken zu vertreiben.
Die Schulbuben ziehen als Hirten und Herde mit Plumpen und Schellen von Haus zu Haus, Lieder singend, um den Winter aus allen Winkeln und Ecken zu vertreiben.

In Zuoz beginnt der Chalandamarz bereits zwei Tage vor dem 1. März. Dies wegen der Weitläufigkeit des Dorfes und weil auch die Gemeinde Madulain, die mit Zuoz eine Schulgemeinschaft bildet, einbezogen ist. Die Schulbuben ziehen als Hirten und Herde mit Plumpen und Schellen von Haus zu Haus, Lieder singend, um den Winter aus allen Winkeln und Ecken zu vertreiben. Ab 1. Februar wird das Peitschenknallen geübt. Zwei Sonntage vor dem 1. März ist "Prouva da Chalandamarz" - in dieser Form nur in Zuoz bekannt - mit dem Rundgang des Schellenzuges um sämtliche Brunnen im Dorfe. Am eigentlichen Chalandamarz, am 1. März, wird der Umzug auf dem Dorfplatz mit Peitschenknallen, an dem sich auch die Älteren gerne beteiligen, abgeschlossen. Am Nachmittag und am Abend wird getanzt und gesungen.

San Gian

Ein heidnischer Fruchtbarkeitskult, der sich bis in unsere Tage erhalten hat, ist der Brauch von San Gian, am 24. Juni um die alte Sonnenwende. Dabei verfolgen die Knaben die Mädchen mit selbstgefertigten Wasserspritzen.

Pardunaunza

Die Pardunaunza, der Kirchweihtag am dritten Sonntag des Monats August, hat etwas an Bedeutung verloren. Heute erinnert nur noch ein Dorf-Schützenfest daran.