Zuoz

Portrait

Allegra und herzlich willkommen in Zuoz!

«Allegra» ist ein fröhliches romanisches Grusswort, das im ganzen Oberengadin verwendet wird. Mit gutem Grund, denn hier oben hat man alles, um fröhlich zu sein: Grossartige Naturlandschaften vereinen sich mit einer lebendigen Kultur. Dazu sorgen ein vielfältiges Angebot sowie Sportanlässe von Weltformat das ganze Jahr über für eine attraktive Mischung, die Gäste und Einheimische begeistert. Mittendrin befindet sich Zuoz, eines der schönsten und besterhaltenen Engadiner Dörfer.

Zuoz ist ein Prachtsbeispiel eines romanischen Dorfes, das die Zeugen seiner bewegten Vergangenheit in die Gegenwart hinübergerettet hat. Der imposante Dorfplatz mit dem Rechtswirtshaus Crusch Alva, der Kirche San Luzi mit dem Kirchturm, den Plantahäusern, dem Plantaturm und den gepflegten Häusern geben diesem gut erhaltenen Oberengadiner Dorf ein stattliches Aussehen. Auffallend ist die grosse Zahl gediegener Wohnhäuser mit den typischen Engadiner Erkern und Sgraffito-Verzierungen. Zur Zierde des Dorfes tragen auch die spätromanische Kapelle San Bastiaun sowie das gotische Kirchlein Santa Chatrigna bei.

Fakten und Daten

Zuoz

  • Zuoz gehört zum politischen Kreis der Region Maloja
  • Meereshöhe: 1'750 Meter
  • Zweisprachige Gemeinde: Romanisch (Puter) und Deutsch
  • Über 300 Sonnentage pro Jahr
  • Ursprünglicher Charme mit typischen Engadiner Häusern
  • Wahrzeichen: Chesa Planta
  • 1'275 Einwohner (01.01.2020)
  • Fläche: 6600 ha, davon 600 ha Wald
  • Tourismus als grösster Wirtschaftszweig 
  • Sehr gute Verkehrsanbindungen mit Zug, Auto und Flugzeug

Übersicht Fakten und Daten der Gemeinde Zuoz 2020 (PDF)

 

Wohnen & Arbeiten

  • Attraktiver Immobilienmarkt
  • Grosse Nachfrage am Wohnungsmarkt
  • Sehr tiefe Kriminalitätsrate
  • Arbeitsplätze vorwiegend im Tourismus angesiedelt
  • Niedrige Steuern 
  • Familienfreundliche Politik der Behörden (Kinderbetreuung etc.)
  • Bestens ausgebauter öffentlicher Verkehr 
  • Sehr gute medizinische Versorgung in direkter Nähe (Spital Oberengadin)
  • Unerschöpfliches Angebot an Freizeit- und Sportmöglichkeiten im Winter und Sommer
  • Dicht gepackter Veranstaltungskalender, zahlreiche Restaurants und Hotels
  • Intaktes Vereinsleben 
  • Gemischt-konfessionelle Gemeinde (evangelisch-reformiert und römisch-katholisch)
  • Beste Einkaufsmöglichkeiten in nächster Nähe 

Schulen und Schülerzahl

  • Kindergarten: 17 Kinder
  • Primarschule: 72 Schüler
  • Oberstufe: 36 Schüler (Plaiv)
  • Lyceum Alpinum: 284 Schüler

Alpen und Wälder

  • 7 Alpen
  • 7 Bauernhöfe
  • Waldfläche: 603 ha
  • Aktuelle Holzrodungen: 1‘500 m3

Geschichte

Am Anfang des 9. Jahrhunderts wird Zuoz ein erstes Mal schriftlich erwähnt

  • 15 v. Chr. Rätien und das Engadin werden von den Römern unterworfen. (Feldzug des Drusus und Tiberius, Stiefsöhne des Kaisers Augustus)
  • 284 n. Chr. Teilung Rätiens in Rätia prima mit Chur und Rätia secunda mit Augsburg als Verwaltungssitz
  • 493 Theoderich, König der Ostgoten, besiegt die Römer und besetzt Rätien und ganz Italien.
  • 536 Rätien kommt zu Theudebert, König der Franken. 
  • 806 Karl der Grosse teilt die weltliche (gräfliche) und die geistliche (bischöfliche) Gewalt. Rätien wird nun in zwei Grafschaften eingeteilt: Oberrätien und Unterrätien, getrennt durch die Landquart und die Rätikonkette831 Name "Endena" (Engadin) wird erstmals urkundlich erwähnt.
  • 843 Vertrag von Verdun: Churrätien geht an Ludwig den Deutschen (regierte von 843-876). Einführung der fränkischen Gauverfassung - bis dahin galt immer noch das römische Recht!
  • 1137 bis 1139 Bischof Konrad I erwirbt von den Grafen von Gamertingen-Achalm in zwei Kaufbriefen das Oberengadin. Schon früher besass das Gotteshaus von Chur den Hof Dorta im gleichnamigen Dorfteil von Zuoz. Durch diesen Kauf wurde Zuoz während nahezu 400 Jahren der Mittelpunkt der bischöflichen Herrschaft im Oberengadin. Die hohe Gerichtsbarkeit stand nun dem Bischof von Chur zu, der zweimal im Jahr an San Gian und San Michel über den Albula nach Zuoz zog. Bald aber leiteten die bischöfli-chen Ammänner die Gerichtstage, bis auch diese Rechte an das Volk übergingen
  • 1367 kam in Zernez der Gotteshausbund zustande. Der Zusammenschluss der bischöflichen Ministerialien und der Gotteshausleute mit dem Domkapitel war weniger gegen die bischöfliche Oberherrschaft als gegen die drohende Übermacht Österreichs gerichtet. Das Haus Habsburg hatte eben das nahe Tirol erworben und besass ausgedehnte Rechte im Unterengadin
  • 1462 Im Fünf-Siegel-Brief von 1462 gab sich das Oberengadin eine erste Verfassung. Zuoz behielt den Sitz des Kriminalgerichts
  • 22. Mai 1499 Schlacht an der Calven (Chalavaina) im Rahmen des Schwabenkrieges. Ca. 6'000 Bündner und Eidgenossen besiegen ein Heer von ca. 15'000 Kriegern des römischen Kaisers Maximilian I
  • 8. Juni 1499 Eine neue Armee Kaiser Maximilians I zieht unter der Führung von Graf Hans von Sonnenberg mit ca. 6 - 8'000 Mann in einem Raub- und Rachefeldzug vom Vinschgau über die Münsteralpen nach Livigno und von dort über den Casannapass ins Oberengadin. Die Bewohner von Zuoz und S-chanf zünden ihre eigenen Häuser an und fliehen in die Berge. (Die übrigen Dörfer werden durch die Kaiserlichen zerstört). Durch diese Taktik der verbrannten Erde finden die eindringenden Feinde keine Nahrung und werden so zum Rückzug gezwungen
  • 1524 I. Ilanzer Artikel - versuchen eine Reform der Kirche im Innern
  • 1526 II. Ilanzer Artikel - beschneiden die Rechte der katholischen Kirche und des Bischofs stark. Aufhebung mehrerer Klöster 
  • Nachdem mit den Ilanzer Artikeln die letzten Hoheitsrechte des Bischofs für das ganze Gebiet der drei Bünde verloren gingen, wurde das Oberengadin völkerrechtlich ein souveränes Glied im Freistaat der drei Bünde (Gotteshausbund 1367, Grauer Bund 1424, Zehngerichtebund 1436)
  • 1552 Reformation in Zuoz durch den bedeutendsten Exponenten dieser Zeit in Graubünden, den Zuozer Humanisten Gian Travers (1483-1563), der auch Truppenführer, Statthalter der Drei Bünde im Veltlin, Staatsmann und Urheber der romanischen Schriftsprache war
  • 1577 Galgenkrieg zwischen Zuoz und Samedan
  • 1629 Pest im Oberengadin
  • 1650 bis 1850 Gewerbliche und handelsgeschäftliche Abwanderung eines grossen Teils der männlichen Bevölkerung, vor allem nach Ober- und Unteritalien, Frankreich, Russland, usw. (bekannte Engadiner Zuckerbäcker). Das durch Fleiss, Redlichkeit und Sparsamkeit erworbene Vermögen erlaubte manchem einen sorgenfreien Lebensabend in der Heimat. Die Nachbarschaften von Zuoz werden zu den heutigen elf politisch autonomen Territorialgemeinden des Kreises Oberengadin; Zuoz war bis anfangs des 19. Jahrhunderts Hauptort des Oberengadins mit Landsgemeinde auf dem Dorfplatz (Mastralia)
  • 1878 Mit den Statuten vom 6. Mai 1878 machte Zuoz den ersten Schritt zur heutigen politischen Gemeinde

Chronik

  • 1139 Erste urkundliche Erwähnung der Grosspfarreikirche Zuoz (Plaiv)
  • 1200 Errichtung eines grossen, auch den umliegenden Dörfern dienenden Gotteshauses (die unteren Geschosse des jetzigen Turmes und die Mauern des Schiffes mit ihren Blendarkaden der Kirche San Luzi stammen aus dieser Zeit)
  • um 1250 Erbauung der Kapelle San Bastiaun, urkundlich jedoch erst 1472 erwähnt
  • 1446 erstmalige Erwähnung der Kapelle Santa Chatrigna in den Urkunden
  • 1500 Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahres 1499 zwischen dem römischen Kaiser Maximilian I. und den Bündnern beginnt der allmähliche Wiederaufbau von Zuoz. Im Verlaufe des 16. und 17. Jahrhunderts entsteht der imposante Dorfkern, der bis heute erhalten geblieben ist
  • 1507 Bau des sechseckigen, leicht abgewinkelten Chors im spätgotischen Stil der heutigen Kirche San Luzi; das Schiff wurde überhöht und die spätromanische Holzdecke durch ein vierjochiges Netzgewölbe ersetzt.
  • 1509/10 Wiederaufbau der Kirche Santa Chatrigna. Diese Kirche steht seit 1901 für den katholischen Gottesdienst zur Verfügung und wurde 1999 an die katholische Kirchgemeinde verkauft
  • 1826 Renovation Kirche San Luzi1
  • 869 Bau des Schulhauses am Platz
  • 1874 bis 1876 Bau Hotel Concordia, heute Hotel Engiadina
  • 1876 Erstes modernes Hydrantensystem und Wasserleitungsnetz
  • 1892 Weitere Renovation Kirche San Luzi
  • 1899 Innkorrektion Madulain-Zuoz
  • 1901 Bau der Innbrücke durch den Brückeningenieur Robert Maillart
  • 1903 erstmals elektrisches Licht in Zuoz.
  • 1903 Albulabahn erreicht Samedan
  • 1904 Bau des Knabeninternates Lyceum Alpinum (Kleines Haus)
  • 1909 Bau der "Hygienischen Schule Bellaria".
  • 1909 Umbau des Rechtswirtshauses Crusch Alva zum Kleinhotel
  • 1911/12 Weitere Renovation Kirche San Luzi.
  • 1911/12 Bau Hotel Castell
  • 1912/13 Bau Hauptgebäude Lyceum Alpinum
  • 1913 Eröffnung der RhB-Strecke Bever-Scuol
  • 1951 Eine grosse Lawine vom Munt Albanas zerstörte 4 Wohnhäuser, zog weitere 28 Ställe und Häuser in Mitleidenschaft und forderte 5 Menschenopfer. Daraufhin wurden in den folgenden Jahren die Lawinenverbauungen am Albanas erstellt (20. Januar)
  • 1951 Gesamtrestaurierung der Kapelle Santa Chatrigna
  • 1953 Erster Skilift auf Munt Albanas
  • 1961 Brand Hotel Castell mit Zerstörung des charakteristischen kleinen Turmes mit dem Zwiebeldach
  • 1962 Bau Skilift Crasta
  • 1964 erste Ortsplanung
  • 1965 Eine gewaltige Lawine löste sich an den Hängen der Val Buera, riss den kleinen Skilift "Crasta" mit sich, zerstörte und beschädigte einige Häuser bis sie vor dem Haus Cordett zum Stehen kam (28. März)
  • 1967 Bau Skilift Pizzet
  • 1968 Eine grosse Lawine aus der Val Buera zerstörte ein Haus und den Gemeindefriedhof.
  • 1968 bis 1971 Bau des Erddammes auf Pulvrera ob dem God da Crasta.
  • 1969 Erster Skimarathon mit Ziel in Zuoz
  • 1969 Erster Concours Hippique
  • 1971 Brand Hotel Crusch Alva (10. Dezember)
  • 1972 Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechtes in Zuoz
  • 1975 Bau Center da Dmura – Schülerkonvikt
  • 1984 bis 1986 Bau Umfahrungsstrasse S-chanf- Madulain. Bau Skilift Survih
  • 1985 Renovation Alp Timun
  • 1987 Erster Dorfmarkt (31. Juli)
  • 1987 grösste Überschwemmungen der Talsohle seit dem Jahr 1888 (18. - 22. August)
  • 1990 Renovation Kirche San Luzi.
  • 1990 Renovation Alp Belvair
  • 1994 Bau erste Beschneiungsanlage.
  • 1994 Bau "Center Sur En"
  • 1995 bis 2000 Revision Ortsplanung
  • 1996 Bau Kleinkraftwerk Albanas (Installation einer Turbine zur elektrischen Energiegewinnung)
  • 1996 Erster Engadin Inline Marathon
  • 1996 Planung eines neuen Konzeptes für die Schulanlagen der Gemeinde
  • 1997 Planung eines 18-Loch-Golfplatzes auf der rechten Innseite.
  • 1997 Erwerb "Bellaria" durch die Gemeinde
  • 1998 Planung Erweiterung Skianlagen (Val Viroula).
  • 1998 Planung Erweiterung des Biotopes in San Batrumieu
  • 1999 Bau Inlinebahn La Punt Chamues-ch - S-chanf.
  • 1999 Gründung TOP (Tourismusorganisation La Plaiv) und WOP (Wirtschaftsorganisation La Plaiv)
  • 2003 Zusammenschluss Feuerwehren La Plaiv.
  • 2003 Verlegung scoula La Plaiv ins Lyceum (Vertrag für 10 Jahre).
  • 2003 Eröffnung Golfplatz (7. Juni)
  • 2004 Revision Gemeindeverfassung
  • 2004 Renovation Kirche San Luzi (Behebung Mängel Renovation 1990)
  • 2004 Bau Parkplatz Plagnoula
  • 2004 Bau Residenza Chastlatsch beim Hotel Castell
  • 2005 Einführung Planungszone mit Verlängerung bis 2007
  • 2006 Eröffnung Sesselbahnen Chastlatsch und Pizzet
  • 2007 Einweihungsfeier Revitalisierungsprojekt Aue San Batrumieu (3. November)
  • 2007 Neubau Via S-charlattina.
  • 2007 Gründung Tourismusorganisation St. Moritz Engadin.
  • 2007 Erwerb Parzelle 2323 in Dorta durch die Gemeinde.
  • 2007 Genehmigung Gesetz über die Förderung des Erst- und die Einschränkung des Zweitwohnungsbaus
  • 2008 40. Concours Hippique Zuoz
  • 2009 Renovation/Sanierung/Umbau Chesa da scoula Plaz
  • 2010 Revision Gemeindeverfassung
  • 2011 Renovation Gemeindehaus
  • 2011 Abschluss Kopfsteinpflästerung Dorfplatz
  • 2012 Umbau Reithalle in Gemeinde-Werkhof
  • 2013 Befragung und Projekt Zuoz 2020
  • 2014 Kleine Sanierung Schulhausplatz
  • 2014 Ersatz Skilift Albanas, Eröffnung neue Sesselbahn Albanas
  • 2015 Revision Gemeindeverfassung
  • 2016 Bau Parkhaus Centrel
  • 2017 Eröffnung Parkhaus Centrel (1. Juni 2017)
  • 2017 Neubau Fest- und Einstellhalle Pradels/Concours
  • 2017 Errichtung Fernwärmeleitung Vuorcha-Curtinellas
  • 2018 Erstellung Glasfasernetz
  • 2019 Jubiläum 100 Jahre Lia Rumantscha
  • 2020 Anschluss Chesa Cumünela und Primarschule an Fernwärme

Kultur und Sprache


1938 ist Rätoromanisch offiziell zur vierten Schweizer Landessprache geworden. Obwohl nur rund 35'000 Menschen Romanisch als Muttersprache angeben, pflegt man dessen fünf Idiome noch heute mit grossem Stolz. In Zuoz wird das Idiom Puter gesprochen. Hier hat der Besucher auf Schritt und Tritt diese melodiöse Sprache im Ohr und wird überall mit einem freundlichen «Bun di» oder «Allegra» gegrüsst.

Sport, Kultur, Freizeit

Die Zeit ist auch im traditionsbewussten 1300-Seelendorf nicht stillgestanden. Im Gegenteil: Im Sommer kommt dank dem herrlich angelegten 18-Loch-Golfplatz, einer attraktiven Inline-Skate-Strecke inklusive Schule und Vermietung sowie vielfältigen Wander- und Bike-Möglichkeiten nie Langeweile auf. Im Winter begeistern das sympathische Familienskigebiet mit Kinderskischule und Ski-Kindergarten sowie das Langlaufcenter Sur En und idyllische Winterwanderwege die internationalen Gäste.

Für lebendig-moderne Farbtupfer sorgen das Hotel Castell mit seinem sinnlichen Hamam und das originelle Restaurant Dorta. Kulturell Interessierte werden derweil staunend durch den historischen Dorfkern spazieren und die stolzen Patrizierhäuser bewundern. Freunde der verführerischen Düfte kommen in der höchstgelegenen Kaffeerösterei Europas auf ihre Kosten – und im Caferama Badilatti der Geschichte des Kaffees auf die Spur. Familien fühlen sich ganz einfach deshalb wohl, weil Kindern rundherum das Wichtigste im Überfluss zur Verfügung steht: eine intakte, immer wieder überraschende Natur.

Gleichgewicht erhalten, Erbe schützen

Durch das Aufkommen des Fremdenverkehrs und dem Rückgang der Landwirtschaft hat sich Zuoz gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Ferienort gewandelt. Eine der wichtigsten Aufgaben und Verpflichtungen der heutigen Behörden besteht darin, durch verantwortungsbewusstes Handeln und durch den Erlass von geeigneten Vorschriften das Gleichgewicht zu erhalten und das einmalige Erbe unserer Vorfahren zu schützen.

Ortsname

Die Entstehung des Ortsnamens

Urkundlich wird Zuoz erstmals am Anfang des 9. Jahrhunderts erwähnt. Im Reichsguturbar aus der Zeit Ludwigs des Frommen (regierte von 814 bis 840) sind die Zinsen, die die königlichen Susten in Sils, Zuoz und Ardez zu entrichten hatten, verzeichnet. Der Name «Zuoz» soll aus dem Lateinischen «subtus», romanisch «suot» oder «sut» (untere Suste gegenüber der oberen in Sils) stammen. Dabei mag auch die ebenfalls auf eine lateinische Wurzel zurückgehende Bezeichnung «Suste» an der Namensbildung beteiligt gewesen sein. Möglicherweise bezieht sich aber der Name auf das um die Kirche St. Luzi und um die Taverne (heute Crusch Alva) neu enstandene Dorf. Denn die ursprüngliche, bronzezeitliche Siedlung befand sich auf dem Hügel Chastlatsch über dem Hotel Castell.

Eine neuere Deutung von Linus Brunner besagt, dass Zuoz von Akkadisch «ZUZU» = «Rohrdickicht» abzuleiten ist. Die rätische Sprache konnte von den Sprachwissenschaftern bis heute nicht genau eingeordnet werden. Es gibt verschiedene Theorien über ihre Herkunft und Zugehörigkeit, keine kann jedoch mit Sicherheit nachgewiesen werden. Brunners Deutung des Ortsnamens Zuoz stützt sich auf seine Theorie, dass das Rätische eine semitische Sprache war und am engsten mit Akkadisch, also Ostsemitisch, verwandt war. Es handelt sich bei dieser etymologischen Erklärung somit lediglich um eine mögliche Erklärung des Ortsnamens.

Gemeindewappen

Das Gemeindewappen von Zuoz

Der Kreis und der Kreisrat Oberengadin mit Wappen und Siegel von San Luzi sind Geschichte. Jeder Zuozingher sollte aber wissen, oder zumindest einmal davon gelesen oder gehört haben, wie die Zusammenhänge sind zwischen Wappen des Kreis Oberengadin, der Fahne des Kreises, dem alten und dem neuen Wappen von Zuoz.

Alte Zuozer Geschlechter

Balastèr, Danz, Geer, Jecklin, Juvalta, Raschèr, Roedel, Salis, Schech, Schucan, Travers, von Planta, Wiezel

Klima

Sonniges Zuoz

Zuoz ist wie das restliche Oberengadin mit durchschnittlich über 300 Sonnentagen gesegnet. Die mittlere Temperatur liegt hier höher als es seiner Lage entsprechen würde, die Wälder steigen einige hundert Meter weiter nach oben als in anderen Hochgebirgs-Tälern gleicher Breite und die unterste Grenze des ewigen Schnees liegt viel höher.

Besonderheiten des Klimas

Die Lage am Südhang der Alpen lässt das Oberengadin im Sommer am warmen Klima Italiens teilhaben. Das weite, nach Südwesten der Sonne breit geöffnete Tal ermöglicht bei der Reinheit der Atmosphäre eine intensive Bestrahlung und Erwärmung. Ohne aber im Sommer eine drückende Hitze aufkommen zu lassen, weht doch bei schönem Wetter von Südwesten her ständig der erfrischende Malojawind.
 
Mit einigen Beispielen kann die Besonderheit des Klimas besser charakterisiert werden als mit langen Tabellen. Früher wurde hier sogar Getreide bis auf 1'950 m ü. M. angepflanzt, während es z.B. im Nordtirol nicht über 1'200 Meter Höhe gedeiht. All die Klimafaktoren, die Höhe auf knapp 1'800 m ü. M., die dünne, allergenarme, ständig bewegte Luft und die starke Sonnenbestrahlung, aber auch die Schönheit der Landschaft bleiben nicht ohne Wirkung auf den menschlichen Organismus. Sie bilden starke Reizfaktoren und führen zu einer Stimulation aller Körperfunktionen, insbesondere zur Anregung der Atmung, des Kreislaufes und der Blutbildung und zu einer allgemeinen Umstimmung des Vegetativums. Das Oberengadin liegt gemäss der Einteilung der Schweizerischen Klima-Kurorte in einer Region mit einem intensiven Reizklima.
Das Hochgebirgsklima hat auf verschiedene Krankheiten direkt einen günstigen Einfluss.
 
Gut zu wissen: Die Winter-Durchschnittstemperatur im Engadin liegt bei ca. - 9 Grad Celsius. Die Temperaturen können nachts leicht unter - 20 Grad fallen, jedoch wird dies durch das trockene Klima - im Februar durchschnittlich 57% Luftfeuchtigkeit - nicht kälter als ca. - 6 Grad in Regionen mit höherer Luftfeuchtigkeit empfunden.

A+
A-